Swissters

Endlich können wir den düsteren Zeiten entfliehen. Denn nicht nur der Frühling wacht auf, sondern  auch Eure neue Single «Rainbow Child» ist am 24.03.2017 erschienen.  Richtig bunt – so lautet Euer Rezept für diese tolle Zusammenstellung. Mit was verbindet Ihr den Song und die Idee zur Single?
C: Rainbow Child ist auch ein Autobiographischer Song, dessen Thema uns beide betrifft. Als junger Mensch muss man irgendwann im Leben die Balance zwischen Wunschträumen und Realität finden. Er handelt von einem jungen Mädchen, dass sich traut zu träumen, aber leider von den Mitmenschen belächelt und/oder sogar emotional runtergezogen wird. Wir in der Schweiz haben extrem viele Möglichkeiten und auch wenn wir mal scheitern sollten haben wir das Glück, von unserem sozialen Netz aufgefangen zu werden. Wenn nicht hier, wo dann kann man glücklich sein?! Gerade deshalb sind wir extrem dankbar, hier leben zu dürfen. E: Der Refrain ist eher als Metapher zu verstehen. Ich persönlich mag «bunte­ Vögel» lieber als Bünzlis und finde es toll, wenn jemand genug Mut aufbringt seine Ideen und Ziele zu verwirklichen auch wenn man gegen den Strom schwimmt. Es macht glücklich und befreit!

Bei «Rainbow Child» treffen moderne, richtig fette Beats und Alphorn aufeinander. Eine sehr spezielle Kombination. So etwas hat die Schweiz bestimmt noch nie gehört. Wie seit Ihr auf diese tolle und «neue» Kombination gekommen?    
C: Naja, wir sind Schweizerinnen und machen Musik. Da ist der Weg nicht mehr so weit weg zum Alphorn. Nichts desto trotz möchten wir eine moderne Schweiz verkörpern. Wir machen einfach genau das, was wir sind und was uns gefällt.
E: Ich persönlich liebe das Alphorn schon seit langem. Auf einer Wiese wo ich wohne spielt oft ein Alphornspieler. Das berührt mich jeweils sehr. Ich wunderte mich stets warum man das wunderschöne Instrument nie für moderne Songs einsetzte. Als ich mich damit auseinandersetzte wurde mir klar warum. Das Alphorn bietet ausschliesslich Naturtöne, was das Ganze zu einer grossen Herausforderung macht! Da müsste sich der Song eigentlich dem Alphorn anpassen.

Wurde die Single «Rainbow Child»  von Euch persönlich geschrieben?
C: Praktisch alle unserer Songs auf dem Album wurden von uns beiden selber komponiert und getextet. Meistens jedoch hat eine von uns den Lead. Bei
Rainbow Child haben wir aber wirklich beide zusammen über dem Text gebrütet. Die Musik hab ich allerdings schon vorher geschrieben. Am Schluss kontrolliert jedoch immer noch ein Nativ Speaker die Korrkheit des Englisch.
E: Ja.

Bestimmt ist ein Tag nach einem Auftritt auch mal Ruhe angesagt. Was macht Ihr  als Erstes wenn Ihr nach Hause kommt?
E: Zu später Stunde zu Hause angekommen, küsse ich meinen Mann und beobachte danach meinen kleinen Sohn in seinem Zimmer beim Schlafen.
C: Ich versuche möglichst immer nach Hause zu kommen. Ich schlafe nicht so gerne auswärts. Schnell abschminken  und ins Bett. Bis man nach einem Gig tatsächlich zu Hause ist, wird es immer extrem spät. Man war den ganzen Tag auf den Beinen, hinfahren, Soundcheck, lange warten,  Auftritt, Aufregung, Jubeltrubel, Menschen kennen lernen, Smalltalk etc. Wenn man danach endlich im Bett liegt, schwirrt einem oft der Kopf und man braucht noch ein bisschen Zeit alleine um herunter zu kommen.

Was wolltet Ihr schon immer tun, hattet aber nie die Zeit oder Ihr habt Euch nie getraut?
C: Mit einem Wohnwagen durch Amerika reisen oder ein Engagement im Zirkus Knie. Eine Saison im Wohnwagen durch die Schweiz reisen ist sicher auch lustig. Eigentlich nichts, was sich nicht machen lässt, oder?
E: Alphornspielen lernen!

Stellt Euch vor, Ihr verreist ins Ausland zu einem grossen Auftritt, jedoch kommt Euer Gepäck nicht an. Welche Dinge kauft Ihr gleich noch am Flughafen?
C: Zahnbürste und Handcreme. Die Stimme ist zum Glück immer mit dabei
E: Zahnbürste! Den Rest würde ich mir von meiner Schwester ausleihen! Ausser ihre Stimme!

Sowie auch jedes Kind hat man den Traum «wenn ich mal gross bin, dann werde ich…», was war Euer Traum?
C: Ich habe mir als Kind nie Gedanken gemacht, was werde ich mal. Gesungen habe ich aber schon sehr früh. Man wollte ja das Selbe machen, wie die ältere Schwester. Wenn sie das macht, dann muss es ja irgendwie gut sein, oder? Aber man hat ja zuerst mal etwas «Anständiges» gelernt und da schliesst sich der Kreis wieder zu «Rainbow Child»
E: Erst Tänzerin, dann mit ca. 12 Jahren Sängerin. Immer schon. Und – ja Carole, das was die ältere Schwester macht ist selbstverständlich IMMER gut!!!

Habt Ihr heute als erfolgreiche Musiker dennoch ein Vorbild? Wenn ja wen und warum?
C: Vorbild finde ich ein starkes Wort. Es gibt aber diverse Musiker, die ich gut finde. John Newman find ich momentan zum Beispiel sehr cool. Er weiss wie man starke Songs macht, die abgehen. Oder Barbra Streisand ist für mich als Interpretin einfach Hammer.  Gerne würde ich sie einmal in moderneren Songs hören.  Sonst bin ich angetan von Herren wie Mike Patton oder Eddie Vedder. Mein Einfluss bei Swissters rührt auch aus dieser musikalischen Ecke.
E: Ich habe unentwegt für irgendwelche Sängerinnen geschwärmt, das startete damals bei Whitney Houston. Heute bewundere ich Musiker, die Songs schreiben, erfolgreich und dennoch auf dem Boden geblieben sind. Zudem respektiere ich engagierte und intelligente Menschen mit einem grossen Wissensschatz wie Erich Gysling. Er wohnt bei uns in der Nähe aber ich traute mich noch nie ihn anzusprechen. Ich wüsste nicht, was ich so einer Persönlichkeit erzählen könnte.

Erinnert Ihr Euch an den peinlichsten Moment in Eurem Leben? Erzählt uns davon
C: Haha! Das hättest du wohl gerne! Da gibt es viele Momente in meinem Leben, wo ich am liebsten im Erdboden versunken wäre. In der Schule habe ich mal über unseren Lehrer geflucht und leider zu spät gemerkt, dass er genau hinter mir stand. Oder damals bei «Twist of Time» habe ich bei einem Sprechpart total den Faden verloren. Die Tänzer mussten auf ein «Key Wort» von mir loslaufen und das kam einfach nie, weil ich total was Anderes sagte. Beim Singen ist das ja nie das Problem, weil man sich da gut durchmogeln kann. Aber beim Schauspielen auf der Bühne ist das ziemlich heikel. Als Kind oder Teenager sind einem solche Momente extrem peinlich. Jetzt sehe ich das etwas entspannter. So what? Ich steh dazu.
E: Das gibt es immer wieder! Ich bin ganz neu in einem Fitness-Studio. Vor zwei Wochen sagte ich einer Instruktorin (die eine tolle CD in der Hand hielt) oh, gibt’s bei dir im Kurs Chill-out-Music? Dann wechsle ich gleich die Lektion. Sie hat es wohl total missverstanden! Denn ich vergass zu sagen dass ich demnach in IHRE Stunde wechseln möchte! Ich bin oft spontan und lustig. Manchmal merkt es jedoch keiner .

Alle Menschen haben Komplexe, welche habt Ihr?
C: Auch hier, hat sich das etwas relativiert. Meine Sprechstimme z. B. habe ich nie besonders gemocht. Aber was soll ich jetzt machen? Auch gibt es bestimmt 1000 bessere Sängerinnen als ich und die wissen während eines solchen Interviews wie diesem wahrscheinlich total lustige Sachen zu sagen und sehen bestimmt noch extrem gut aus dabei . Aber wenn man zu fest darüber nachdenkt wird man ja verrückt! Da sag ich  mir lieber: Hey, ich bin auf der ganzen Welt die einzige Carole von den Swissters.
E: Alle Menschen? Du bist aber weit rumgekommen!   Ich hätte so gerne ein super Gedächtnis! Dies wäre auch hilfreich auf der Bühne, wenn es um die Lyrics geht. Meines lässt zu wünschen übrig! Aber Komplexe deswegen?

Zu guter Letzt: was möchtet Ihr Euren Fans mitteilen?
C: Alle unsere Songs haben einen tieferen Sinn. Gerade unsere ersten beiden Song-Auskopplungen «Don’t let me down» und «Rainbow Child» transportieren eine ganz klare Message. Was mir sonst noch so spontan in den Sinn kommt ist: Es gibt so viele Leute, die allen anderen oder den Umständen die Schuld geben, wenn etwas misslingt. Das macht passiv und hilft nie weiter. Man kann nur was ändern, wenn man die Kontrolle und vor allem auch die Verantwortung für sein Leben selber in die Hand nimmt.
E: DANKE! Es ehrt mich sehr, wenn wir es jeweils schaffen euch in der hintersten Ecke eurer Seele mit unseren Songs zu berühren!

 

Steckbrief

Carole & Eve Kay

https://www.facebook.com/swissters.ch/
https://www.instagram.com/swissters_music/

Geburtsdatum:  13.04.76 / 17.03.72

Wohnort: Wädenswil / Aeugst a.A

Sternzeichen: Widder / Fisch

Hobbys: Musik / Musik, Familie, Golf, Ski

Lebensmotto: Eve: Lebe deinen Traum und sei dankbar.
Carole: «Think positive!»

 

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